Für wen diese Seite gedacht ist
Für Group Finance, Konzernsteuerabteilung und Beschaffung — nicht für das Kampagnenteam.
Wenn Sie ein Netzwerk mit mehreren Gesellschaften in mehreren Ländern führen, ist die Auszahlung an Creator selten Ihr Problem. Sie haben Treasury, Bankbeziehungen und ein AP-System. Ihr Problem ist die Nachweisbarkeit: Wenn eine Prüfung fragt, wo eine Leistung erbracht wurde, wie sich ein Honorar zwischen Darbietung und Nutzungsrechten aufteilt und welche Schwellen ein einzelner Creator über alle Gesellschaften hinweg im Kalenderjahr erreicht hat — wie lange dauert die Antwort, und woraus wird sie zusammengesetzt?
In den meisten Netzwerken lautet die ehrliche Antwort: aus Kalendern, E-Mails, Rechnungen und dem Gedächtnis von Leuten, die inzwischen woanders arbeiten.
Was der Status quo tatsächlich kostet
Zwei Kostenblöcke, die selten zusammen betrachtet werden.
Der Verwaltungsaufwand. Für 600 Creator-Kooperationen im Jahr beziffert Gigapay in seinem veröffentlichten ROI-Modell den manuellen Prozess auf rund 139.590 Euro bei 840 Verwaltungsstunden — Anbieterangabe eines Wettbewerbers, aber eine Größenordnung, die sich mit den Erfahrungen unserer Gesprächspartner deckt. Rechnen Sie das auf die Zahl Ihrer operativen Einheiten hoch.
Das Prüfungsrisiko. Die Sanktionen skalieren pro Anbieter, nicht pro Vorfall:
- DAC7: in Deutschland bis zu 50.000 Euro je Meldung; in Schweden 2.500 bis 12.500 SEK je Anbieter; in Spanien rund 200 Euro je Anbieter
- Künstlersozialabgabe: 4,9 Prozent auf Zahlungen an selbständige Kreative oberhalb von 1.000 Euro im Kalenderjahr — auch bei im Ausland ansässigen Creatorn
- § 50a EStG: 15,825 Prozent Quellensteuer auf Zahlungen an ausländische Creator, mit Haftung des zahlenden Unternehmens bei unterlassenem Abzug
Die Durchsetzung ist keine theoretische Größe. In Nordrhein-Westfalen laufen rund 200 Verfahren zu geschätzten 300 Millionen Euro, Hamburg prüft 140 Influencer, und die Deutsche Rentenversicherung führt KSK-Sonderprüfungen mit mehrjährigem Rückgriff durch.
Bei einem Netzwerk mit hunderten Creatorn je Land multipliziert sich der erste Wert mit der Zahl der betroffenen Anbieter.
Was das Ledger tut
CognitivaOS führt ein prüfungsfestes Register der Vorgänge, aus denen Pflichten entstehen — erfasst zum Zeitpunkt der Entstehung, versioniert, über Gesellschaften und Länder hinweg abfragbar.
Leistungsort und Leistungszeitraum je Beauftragung, nicht je Kampagne. Die steuerlichen Bezugsgrößen knüpfen an die einzelne Leistung an; ein System, das nur Kampagnen kennt, kann die Frage nicht beantworten.
Honoraraufteilung zwischen Darbietung, Verwertung und Rechteüberlassung als strukturiertes Feld mit dokumentierter Grundlage. Diese Aufteilung entscheidet über die Anwendbarkeit von Freigrenzen und ist der Punkt, an dem rein vertragliche Zuordnungen einer Prüfung nicht standhalten.
Schwellenwertverfolgung je Creator, je Land, je Bezugsgröße — kalenderjahres- oder einzelvorgangsbezogen, je nach Regelung. Konsolidiert über alle Gesellschaften des Netzwerks, weil Schwellen sich nicht an Ihre interne Struktur halten.
Ansässigkeitskennzeichen unabhängig von der Anwesenheitsdauer, mit Hinweis auf Länderpaare ohne Abkommensschutz.
Genehmigungsnachweise als Pflichtfeld in Märkten, in denen Werbung genehmigungspflichtig ist, mit Prüfpflichten auch für Agenturen und Marken.
Prüfung von Auftraggebern und Empfängern: Identität, wirtschaftlich Berechtigte, Gewerbestatus, Registerabgleich, Sanktionsscreening und Wiedervorlage.
DAC7: Cognitiva Systems ist als Plattformbetreiber registriert; Erhebung und Plausibilisierung erfolgen im Onboarding, nicht nachträglich.
Was wir erfassen
Damit das Register diese Fragen beantworten kann, erhebt CognitivaOS von Beginn an strukturierte Felder — beim Onboarding der Beteiligten und beim Anlegen jeder einzelnen Beauftragung. Die folgende Übersicht zeigt, was erfasst wird.
Beteiligte — beim Onboarding
| Feld | Zweck |
|---|---|
role | Agentur, Marke oder Creator — bestimmt die anwendbare Prüf- und Meldelogik |
legal_form | Natürliche Person, Einzelunternehmen oder Gesellschaft |
country_of_residence | Steuerlicher Ansässigkeitsstaat |
residence_basis | Herkunft der Angabe: Selbstauskunft, Bescheinigung oder verifiziert — nie aus Melderegisterdaten |
tax_id | Steueridentifikationsnummer im Ansässigkeitsstaat (DAC7) |
vat_id | Für Reverse Charge und Rechnungsstellung |
has_dwelling_in | Wohnung im Sinne § 8 AO vorgehalten — unabhängig von Anwesenheitstagen |
trade_registration | Gewerbeanmeldung, GISA-Zahl oder Trade Licence samt Geltungsbereich |
ubo_persons | Wirtschaftlich Berechtigte ab 25 Prozent |
ubo_register_status | Abgleich mit dem Register; Abweichungen sind dokumentationspflichtig |
Je Beauftragung
| Feld | Zweck |
|---|---|
campaign_id | Zuordnung zur Kampagne als Abrechnungs- und Gruppierungsebene |
place_of_performance | Wo die Leistung tatsächlich erbracht wurde |
performance_start / performance_end | Leistungszeitraum, Grundlage für Anwesenheitstage |
fee_total | Gesamthonorar mit Währung |
fee_split_performance | Darbietungsanteil — § 50a Abs. 1 Nr. 1 EStG |
fee_split_exploitation | Verwertungsanteil — Nr. 2 |
fee_split_rights | Rechteüberlassung — Nr. 3, keine Freigrenze |
fee_split_basis | Grundlage der Aufteilung: vertraglich, bewertet oder Standard |
travel_reimbursement | Nur der die tatsächlichen Kosten übersteigende Teil zählt zu den Einnahmen |
permit_ref / permit_verified_at | Genehmigungsnachweis, wo erforderlich — Gating vor Veröffentlichung |
Leistungsnachweis
| Feld | Zweck |
|---|---|
type / channel | Art des Beitrags und Kanal |
contracted_quantity / delivered_quantity | Geschuldeter gegenüber tatsächlich geliefertem Umfang — der Prüfansatz |
published_url / published_at | Fundstelle und Zeitpunkt |
evidence_ref / evidence_captured_at | Archivkopie zum Zeitpunkt der Veröffentlichung, weil Beiträge gelöscht werden |
disclosure_marked | Werbekennzeichnung vorhanden |
usage_scope, usage_rights_from / usage_rights_to, territory | Umfang, Dauer und Gebiet der eingeräumten Rechte — sachliche Grundlage der Honoraraufteilung |
accepted_by / accepted_at | Abnahme durch den Auftraggeber |
Prüfsignale (KYB/KYC)
Bewusst getrennt von den steuerlichen Feldern geführt — Prüfsignale, keine Statusaussagen.
| Feld | Zweck |
|---|---|
identity_verified_at | Zeitpunkt und Methode der Identitätsprüfung |
address_current / address_registered_since | Adress-Prüfsignal — kein Ansässigkeitsnachweis |
trade_status / trade_status_since | Gewerbestatus und seit wann |
company_data_ref | Handelsregisterdaten |
sanctions_screening_at / sanctions_result | Sanktionsscreening und Ergebnis |
review_due_at | Wiedervorlage |
Aus diesen Feldern werden die steuerlichen Berechnungen — je Beauftragung, versioniert zum Zahlungszeitpunkt — und die Meldeschichten (DAC7, § 50a EStG, US-Formulare, Künstlersozialabgabe) abgeleitet; sie werden nicht separat erhoben.
Warum daneben, nicht statt
CognitivaOS ersetzt Ihre Zahlungsinfrastruktur nicht. Wenn Sie mit einem Merchant of Record arbeiten, mit eigenen Bankverbindungen oder mit beidem, bleibt das bestehen. Das Ledger stimmt gegen die vorhandenen Wege ab, statt einen weiteren vorzuschreiben.
Das ist bewusst so gebaut. Ein Netzwerk reißt seine Zahlungsinfrastruktur nicht für eine Dokumentationsschicht heraus — und ein Register, das nur den eigenen Auszahlungsweg kennt, wäre für Sie wertlos.
Wo Sie Auszahlungen über uns führen wollen, ist das möglich: über lizenzierte Zahlungsinfrastruktur in über 100 Ländern, mit einem eigens für Indien entwickelten Auszahlungsprodukt und Korridoren in den GCC.
Die drei Alternativen
| Manueller Status quo | Eigenentwicklung | CognitivaOS | |
|---|---|---|---|
| Vorlaufzeit | keine | 12–24 Monate bis zur ersten belastbaren Auswertung | Onboarding je Einheit |
| Laufender Aufwand | hoch, skaliert mit Kampagnenzahl | Pflege der Regelwerke im eigenen Haus | im Preis enthalten |
| Regelpflege | verteilt, meist implizit | eigene Fachressource dauerhaft | zentral gepflegte Parametertabelle mit Prüfvermerk |
| Konsolidierung über Gesellschaften | manuell, fehleranfällig | möglich, aufwendig | vorgesehen |
| Auditfähigkeit | rekonstruiert | abhängig von der Umsetzung | versioniert, Stand zum Zahlungszeitpunkt abrufbar |
Der Vergleich, der für Sie zählt, ist nicht der zwischen Anbietern. Es ist der zwischen Weitermachen wie bisher, selbst bauen und einkaufen.
Preis
Das Ledger kostet ab 150 Euro je fünf Kampagnen, zuzüglich Abwicklungsgebühren, wenn Auszahlungen über uns laufen.
Diese Zahl steht bewusst so da. Gegen die oben genannten Verwaltungskosten eines manuellen Verfahrens ist sie eine Randgröße — und gegen eine einzige DAC7-Meldung, die in Deutschland bis zu 50.000 Euro kosten kann, ohnehin.
Für Netzwerke mit mehreren Gesellschaften und konsolidierter Auswertung gilt ein eigenes Modell; die Konditionen stimmen wir im Gespräch ab.
Was heute noch nicht vorliegt
Unsere Zertifizierungen nach ISO 27001 und SOC 2 Type II sind in Vorbereitung. Wenn Ihr Prüfprozess einen Type-II-Bericht zum Zeitpunkt des Vertragsschlusses verlangt, ist das heute ein Hindernis, und wir sagen das lieber jetzt als in der dritten Sitzung.
Zwei Wege, die sich in dieser Lage bewährt haben: ein abgegrenzter Test in einer Einheit oder einem Markt, oder eine Vereinbarung, die den Vollbetrieb an das Vorliegen des Berichts knüpft. Die Sicherheitsdokumentation stellen wir vorab zur Verfügung.
Nächster Schritt
Ein Termin mit Ihrer Steuer- oder Finanzabteilung, in dem wir das Ledger gegen einen Ihrer tatsächlichen Fälle stellen — eine Kampagne, mehrere Länder, gemischte Creator-Ansässigkeiten. Sie sehen daran in einer Stunde, ob es Ihre Fragen beantwortet.
Wichtiger Hinweis
Cognitiva Systems Inc. erbringt keine Steuer- oder Rechtsberatung und ist dazu nicht befugt. Die Inhalte dieser Seite dienen der allgemeinen Einordnung und ersetzen keine Beratung im Einzelfall. CognitivaOS stellt Dokumentations- und Auswertungsfunktionen bereit; die steuerliche und rechtliche Beurteilung der erfassten Sachverhalte obliegt Ihnen und Ihren Beratern. Genannte Beträge, Sätze und Fristen geben den Stand zum Zeitpunkt der Erstellung wieder und ändern sich laufend.
Das genannte ROI-Modell stammt aus veröffentlichten Unterlagen der Gigapay Sweden AB und gibt deren Angaben wieder, abgerufen am 16. August 2026.
Quellen
- Gigapay Sweden AB, veröffentlichtes ROI-Modell — gigapay.com
- Plattformen-Steuertransparenzgesetz (PStTG); Bundeszentralamt für Steuern, DAC7
- § 50a EStG; Bundeszentralamt für Steuern, Hinweise zum Steuerabzug
- §§ 1 EStG, 8 und 9 AO
- Künstlersozialversicherungsgesetz; Künstlersozialkasse, Abgabesatz 2026
- Bundesministerium der Finanzen, Stand der Doppelbesteuerungsabkommen zum 1. Januar 2026